Degressive AfA
Investitionen bis Ende 2027 richtig planen

Viele Geschäftsführer und CFOs lassen aktuell bares Geld auf der Straße liegen. Der Grund? Sie nutzen eine der stärksten steuerlichen Stellschrauben für dieses Geschäftsjahr nicht: die degressive Abschreibung (AfA) für bewegliche Wirtschaftsgüter.
Dr. Beata Baroth von BBC European Tax erläutert, wie Unternehmen diese Regelung für ihre Investitionsplanung nutzen können: Wer jetzt klug investiert, drückt die Steuerlast sofort nach unten und sichert sich wertvolle Liquidität im Unternehmen.
Der Unterschied: Linear vs. Degressiv
- Lineare AfA: Sie schreiben ein Wirtschaftsgut (z. B. Maschinen, Fuhrpark, IT-Infrastruktur) über die Nutzungsdauer hinweg jedes Jahr mit exakt demselben Betrag ab. Langweilig und starr.
- Degressive AfA: Sie dürfen in den ersten Jahren einen deutlich höheren Prozentsatz des Restwerts als Betriebsausgabe ansetzen. Das bedeutet: Maximaler Steuereffekt sofort, wenn die Investition noch neu ist.
Der zeitliche Rahmen: Wer profitiert jetzt?
Die gesetzlichen Fristen sind genau gesteckt: Der Gesetzgeber gewährt diese Sonderregelung für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 angeschafft oder hergestellt werden.
Das bedeutet für Ihre Jahresplanung: Geplante Investitionen in diesem Zeitfenster bringen Ihnen sofort bares Geld.
Das Rechenbeispiel & Die harten Fakten
Die Spielregeln für die Prozentrechnung sind klar definiert: Der zulässige degressive Satz beträgt höchstens das Dreifache des linearen AfA-Satzes und ist zugleich auf maximal 30% begrenzt.
Maßgeblich ist daher stets der niedrigere Wert aus diesen beiden Deckeln.
Nehmen wir an, Ihr Unternehmen investiert in eine neue Produktionsmaschine im Wert von 100.000 € mit einer Nutzungsdauer von 10 Jahren (linearer Satz = 10%). Das Dreifache wären 30% – das passt exakt unter die Obergrenze!
| Abschreibungsjahr | Lineare AfA (10% pro Jahr) | Degressive AfA (30 % Satz) | Ihr Liquiditäts-Vorteil im 1. Jahr |
|---|---|---|---|
| Jahr 1 | 10.000 € | 30.000 € | + 20.000 € mehr Betriebsausgaben! |
| Jahr 2 | 10.000 € | 21.000 € | (30% vom Restwert von 70.000 €) |
| Jahr 3 | 10.000 € | 14.700 € | (Späterer Wechsel zu linear möglich) |
Das Ergebnis: Allein im ersten Jahr mindern Sie Ihren Gewinn um 20.000 Euro mehr als bei der klassischen Methode. Bei einem durchschnittlichen Unternehmenssteuersatz von rund 30% bedeutet das 6.000 € direkte Steuerersparnis, die sofort als Cashflow im Unternehmen bleiben!
Worauf Sie bei der Planung achten müssen
- Nur bewegliche Güter: Gilt für Maschinen, Fahrzeuge, Werkzeuge oder Server – nicht für Gebäude oder Software.
- Der Switch-Trick: Sobald die lineare Abschreibung rechnerisch höhere Beträge liefert als die degressive (meist ab der Hälfte der Laufzeit), dürfen Sie legal zurück zur linearen Methode wechseln.
Fazit für Entscheider
Planen Sie bis Ende 2027 ohnehin Anschaffungen für Ihren Fuhrpark, die IT oder Ihre Produktion?
Prüfen Sie, ob Sie diese Käufe zeitlich strategisch einbetten, um den maximalen degressiven Abschreibungseffekt mitzunehmen. Gerne unterstützen wir Sie dabei!
Wie handhaben Sie das in Ihrem Unternehmen? Werden geplante Investitionen bei Ihnen strategisch nach steuerlichen Stichtagen geschoben, oder investieren Sie rein nach Bedarf?Teilen Sie diesen Beitrag mit Ihrem Netzwerk, wenn Ihr CFO oder Ihre Buchhaltung das auf dem Schirm haben sollte.
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