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Steuersystem

Das ungarische Steuersystem

Einkommensteuer

Steuerzahler

Die in Ungarn ansässigen Privatpersonen werden auf Grund ihrer in- und  ausländischen Einkommen besteuert. Das Steuerjahr stimmt mit dem Kalenderjahr  überein.

Steuerpflichtiges Einkommen

Alle Einkommensarten von Privatpersonen sind einkommensteuerpflichtig,  ausgenommen jene, die das Gesetz von der Steuer befreit. Das  Einkommensteuergesetz (das mehrfach geänderte Gesetz Nr. CXVII von 1995)  unterscheidet bei Privatpersonen die folgenden Kategorien:

  • zusammenzufassende Einkommen: Einkünfte aus unselbstständiger Tätigkeit,  Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit und sonstige zusammenzufassende Einkommen;
  • gesondert zu versteuernde Einkommen: z.B. Sachbezüge, Kapitaleinkommen,  Einkommen aus einem Einzelunternehmen, Einkünfte aus der Vermietung bzw.  Verpachtung von Immobilien.

Bei den zusammenzufassenden Einkommen und auch bei den gesondert zu versteuernde  Einkommen wird die Bemessungsgrundlage durch den Betrag der  Bemessungsgrundlagen-Ergänzung erhöht, der auf das in die zusammen gelegte  Bemessungsgrundlage gehörende Einkommen berechnet wird, zusammensetzt. Praktisch  heißt das, dass die Bemessungsgrundlage 127 Prozent des Einkommens beträgt.  Diese Bemessungsgrundlagen-Ergänzung wird im Sinne des Einkommensteuergesetzes  im 2012 mit 50 %, im 2013 mit 100 % reduziert.
Die Höhe der Steuer beträgt einheitlich nach der erhöhten Bemessungsgrundlage 16  Prozent.
Bei getrennt besteuerten Einkommen muss auch mit einer  Bemessungsgrundlagen-Ergänzung gerechnet werden. Bei aus anderen Kategorien  stammenden Einkommen ist der 16-prozentige Steuersatz anzuwenden.

Steuerfreie Einkommen

Die steuerfreien Zuwendungen werden in erster Linie in § 7 sowie Anlage Nr. 1  des Gesetzes Nr. CXVII von 1995 über die Einkommensteuer aufgeführt; ihnen  können unter anderem zugeordnet werden:
• einige Formen der für Kinder gezahlten staatlichen Beihilfen; • von nicht ortsansässigen Personen an im Ausland lernende Studenten und im  Ausland arbeitende Forscher gezahlte Stipendien; • einige Formen der Förderung in Verbindung mit dem Immobilienkauf; • die Leistungen von Versicherungen.

Steuer für Einzelunternehmen – Einkommensteuer oder EVA?

Die sich aus der Wirtschaftstätigkeit ergebende und auch unter den Kosten  abgerechnete Einkommensentnahme durch den Unternehmer (die eigentliche  Arbeitsvergütung des Einzelunternehmers) ist im zusammenzufassenden Einkommen  aufzuführen. Die Einzelunternehmer sind zur Zahlung einer Einkommensteuer für  Unternehmer und einer Dividendensteuer für Unternehmer verpflichtet. Bei  Erfüllung der gesetzlich festgelegten Bedingungen kann sich ein Unternehmer auch  für eine Pauschalbesteuerung oder die vereinfachte Unternehmersteuer (EVA)  entscheiden.
Die Besteuerungsgrundlage des Unternehmereinkommens wird als Differenz aller  Einnahmen und Ausgaben besteuert. Seit dem 1. Januar 2007 gibt es für sich  selbst beschäftigende Einzelunternehmer eine Mindestbemessungsbasis für  Einkommensteuer und Beitragszahlung.
Einzelunternehmer können ihre Verluste dann ohne eine zeitliche Begrenzung  übertragen, wenn dieser Verlust unter Einhaltung des Grundsatzes der  bestimmungsgemäßen Rechtsausübung entstanden ist.
Die Höhe der von den Unternehmern zu zahlenden Einkommensteuer beträgt für  Einkommen bis 500 Millionen Forint ein Steuersatz von 10% und für den darüber  liegenden Teil ein Steuersatz von 19%.
Die Dividendensteuer für Unternehmer ist über die Einkommensteuer für  Unternehmer hinaus zu zahlen. Für die Berechnungsgrundlage der  Unternehmerdividende beträgt die Höhe der Steuer 16%.
Die Unternehmer, die die Pauschalbesteuerung wählen, werden auf Grund der  Differenz zwischen den gesamten Einkünften und einem festen Kostenanteil  besteuert. Dieser Kostenanteil bewegt sich je nach Tätigkeitsprofil zwischen 25%  und 93% bewegt.
Wer unter die vereinfachte Unternehmersteuer (EVA) fällt, muss für seine Erlöse  16% Steuern zahlen, aber die Berechnungsgrundlage werden mit dem Betrag der  Bemessungsgrundlagen erhöht.

Einkünfte aus Kapitalvermögen

Dividendeneinkommen werden von anderen Einkommen getrennt besteuert und  automatisch vom Auszahler abgezogen. Die Höhe der Steuer für das  Dividendeneinkommen beträgt 16%.
Bei einem Dividendeneinkommen, das eine in Ungarn ansässige Privatperson im  Ausland erworben hat, kann von der 16%igen Steuer die für die Dividenden im  Ausland nachweislich gezahlte Steuer abgezogen werden. Wenn die Republik Ungarn  mit dem gegebenen Staat kein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung  abgeschlossen hat, sind in Ungarn Steuern in Höhe von wenigstens 5% zu zahlen.
Zinseinkünfte werden mit einem Steuersatz von 16% besteuert. Unter Zinsen sind  z.B. die für Einlagen auf Sparkonten gezahlten Zinsen bzw. die Zinsen aus  öffentlich begebenen und gehandelten Schuldverschreibungen und  Investmentzertifikaten u.ä. zu verstehen.
Die Einkünfte aus dem Verkauf von Wertpapieren (Kursgewinne) werden mit einem  Steuersatz von 16% besteuert, es sei denn, sie werden als Zinsen oder andere  spezielle Einkommensart angesehen. Die Besteuerungsgrundlage ist die Differenz  zwischen dem Verkaufspreis und den dokumentierten Kosten, z.B. zwischen dem  Anschaffungspreis und den Transaktionskosten.

Steuerzahlungen von Personen- und Kapitalgesellschaften

Körperschaftsteuer

Laut Körperschaftsteuergesetz sind im Inland ansässige Steuerpflichtige:

  • die laut ungarischem Gesellschaftsgesetz gegründeten Wirtschaftsgesellschaften  (so die laut Gesellschaftsgesetz gegründeten Firmen: Aktiengesellschaft /Rt./,  Gesellschaft mit beschränkter Haftung /Kft./, gemeinsames Unternehmen /Kv./,  offene Handelsgesellschaft /Kkt./, Kommanditgesellschaft /Bt./) bzw. andere  Organisationen (z.B. Stiftungen, Vereine) sowie
  • die an einer Niederlassung im Inland eine unternehmerische Tätigkeit  betreibenden ausländischen Steuerpflichtigen. Auf Grund der ungarischen Regeln besteht keine Möglichkeit zur Steuerzahlung als  Gruppe.

Im Allgemeinen stimmt das Steuerjahr mit dem Kalenderjahr überein. Laut  Rechnungslegungsgesetz wiederum können die Steuerpflichtigen unter bestimmten  Bedingungen frei über ein vom Kalenderjahr abweichendes Geschäftsjahr  entscheiden.

Steuerpflichtiges Einkommen

Die inländischen Steuerpflichtigen zahlen für ihre aus dem Inland und aus dem  Ausland stammenden Einkommen Steuern. Die Besteuerungsgrundlage kann mit den  laut Gesetz vorgesehenen Korrekturen des Ergebnisses vor Steuern bestimmt  werden.
Auf Grund der allgemeinen Regel bezüglich der Steuerumgehung muss die  Steuerbehörde Verträge, Geschäfte und andere ähnliche Handlungen ihrem  wirklichen Inhalt entsprechend bewerten. Eine andere allgemeine Bestimmung zur  Vermeidung der Steuerumgehung ist jene, dass die auf Grund eines Rechtsgeschäfts  verrechneten Kosten und Aufwendungen nicht geltend gemacht werden dürfen, wenn  deren Zweck allein in der Erzielung eines Steuervorteils (Steuerfreiheit,  Steuervergünstigung) besteht.

Ertragsminimum

Seit dem 1. Juli 2007 gilt die Regelung zum Ertragsminimum (Gewinnminimum). In  deren Sinne gilt, dass der Steuerzahler, wenn der höhere Wert vom Ergebnis vor  Steuern oder von der Besteuerungsgrundlage 2% der korrigierten Gesamterlöse und -erträge nicht erreicht,

  • für 2% der korrigierten Gesamterlöse und -erträge Steuern zahlen muss, und im  entgegengesetzten Fall
  • auf einem Zusatzformular der Steuererklärung eine Erklärung abgeben muss, die  als Deklaration angesehen wird.

Verluste

Den gegenwärtigen Regeln zufolge können die Verluste (negative  Besteuerungsgrundlage) früherer Steuerjahre in einer Höhe vorgetragen werden.

Transferpreise

Die Regeln zu den Transferpreisen wurden nach den Richtlinien der OECD  ausgestaltet. Den Transferpreisregeln zufolge muss die Gesellschaft, wenn die  Preise in Geschäften zwischen verbundenen Parteien von den zwischen unabhängigen  Parteien angewandten üblichen Marktpreisen abweichen,
• ihr Ergebnis vor Steuern um diese Differenz senken, vorausgesetzt, dass: ◦ ihre steuerpflichtigen Einkünfte höher wären, als bei der Anwendung des  üblichen Marktpreises, ◦ auch die verbundene Gesellschaft eine im Inland ansässige Gesellschaft ist  oder – wenn sie eine im Ausland ansässige Gesellschaft ist – im Staat laut ihrem  Sitz Körperschaftsteuerpflichtig sein muss (kann bei einer kontrollierten  ausländischen Gesellschaft nicht angewendet werden), und ◦ sie über ein von beiden Parteien unterzeichnetes Dokument verfügt, in dem die  Abweichung festgelegt wurde, oder • ihr Ergebnis vor Steuern um diese Differenz erhöhen, vorausgesetzt, dass ihre  steuerpflichtigen Einkünfte niedriger wären, als bei der Anwendung des üblichen  Marktpreises. Die obigen Regeln zu Transferpreisen müssen bei den langfristigen Vereinbarungen  von Klein- und mittelständischen Unternehmen nicht angewendet werden, wenn das  verbundene Unternehmen zum gemeinsamen Einkauf und Vertrieb gegründet wurde und  ihr gemeinsames Stimmrecht daran über 50% liegt.

Kontrollierte ausländische Gesellschaft

Auszahlungen an eine kontrollierte ausländische Gesellschaft werden im  Allgemeinen nicht als im Interesse der Unternehmung aufgetretene Kosten  angesehen, es sei denn, der Steuerzahler kann nachweisen, dass die Auszahlung in  Verbindung mit seiner Wirtschaftstätigkeit aufgetreten ist.

Höhe der Steuer

Ab dem 1 Januar 2010 beträgt die Höhe der Körperschaftsteuer 19%. Ein Steuersatz  von 10% wird für den Teil der Besteuerungsgrundlage bis 50 Millionen Forint  angewendet, während der darüber liegende Teil mit einem Satz von 19% besteuert  wird.

Steuervergünstigungen

Steuervergünstigungen für Investitionen

Die Steuerzahler werden durch Investitionen, die in einer aus sozioökonomischen  Aspekten zurückgebliebenen Region realisiert werden, zur Inanspruchnahme einer  Steuervergünstigung berechtigt. Zu berücksichtigende Investitionen sind:
(1) Investitionen zur Herstellung von Produkten im Wert von mindestens 3  Milliarden Forint, und
(2) Investitionen, die in Komitaten mit hoher Arbeitslosenrate in Betrieb  genommen wurden.
Zur Inanspruchnahme der Steuervergünstigung muss der Investor noch weiteren  Bedingungen entsprechen, z.B. in bestimmtem Umfang den Bestand der Beschäftigten  erhöhen.

Steuervergünstigung für Entwicklungen

Eine Steuervergünstigung kann – unter anderem – für folgende Investitionen in  Anspruch genommen werden:
(1) im Falle einer auf dem Verwaltungsgebiet einer begünstigten  Siedlungsselbstverwaltung in Betrieb genommenen Investition im Wert von  mindestens einer Milliarde Forint,
(2) bei der einer Breitband-Internetleistung dienenden Investition,
(3) bei einer zur Film- und Videoproduktion dienenden Investition im Wert von  mindestens 100 Millionen Forint,
(4) bei einer Investition, die der Schaffung von Arbeitsplätzen dient.

Gewerbesteuer

Nach einer ständig ausgeübten gewerblichen Tätigkeit erheben die kommunalen  Selbstverwaltungen eine kommunale Gewerbesteuer von höchstens 2%, deren  Beitreibung und die Überweisung an die Selbstverwaltungen ab 2010 in die  Zuständigkeit der staatlichen Steuerbehörde fällt.
Steuern auf Vermögensgegenstände
Für eine Immobilie in mehrere Ortschaft sind an die lokale Selbstverwaltung auch  örtliche Steuern in Form der Bauwerkssteuer und Grundsteuer zu zahlen. Der  Eigentümer ist zur Zahlung der Steuer verpflichtet. Die Obergrenze der Höhe der  Bauwerkssteuer liegt bei 1100 Forint/m2/Jahr oder darf pro Jahr höchstens 3,6%  des Marktwertes betragen. Die Maximalhöhe der Grundsteuer beträgt 200  Forint/m2/Jahr oder darf pro Jahr höchstens 3% des Marktwertes betragen. Diese  Steuern können von der Berechnungsgrundlage der Körperschaftsteuer abgezogen  werden.

 

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